Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen!
Entweder färbt Klaus ab oder ??
Fast eine Weihnachtsgeschichte.
Wie einige ja wissen, liegt mein Mann derzeit in Graz in der Uniklinik. Grund für Sohnemann und mich, am Sonntag nach Graz zu fahren. Dank Familienkarte mit dem Zug ein relativ günstiges Vergnügen - ein großes für einen 5jährigen. Was gibt es schöneres als Zugfahren.
Die Hinfahrt verlief auch sehr angenehm. Wir sind um 8.05 in Traun eingestiegen - nicht gerade eine sonntägliche Zeit, aber wir wollten halt so schnell wie möglich zum Papi.
Die Heimfahrt hat schon damit begonnen, dass Alexander im Taxi in den letzten Minuten eingeschlafen ist, ich ihn also zum Bahnsteig schleppen durfte, neben 2 Rucksäcken - der Mann von Welt braucht natürlich einen eigenen - und einem Trolli Schmutzwäsche. Prompt ist er kurz vorm Bahnsteig munter geworden und wollte dann natürlich nicht weiterschlafen. Im Prinzip kein Problem, es war ja erst 16.30 und nicht wirklich Schlafenszeit für einen 5jährigen. Es hat zwar der halbe Zug gepennt - bei der Hitze in den Abteilen kein Wunder - er war putzmunter. So munter, dass ich pünktlich um 19.10 aus dem Zug ausgestiegen bin, weil ich ja in Selztal in den Anschlusszug um 19.27 nach Traun einsteigen musste. Nur, bin ich nicht in Selztal ausgestiegen sondern eine Station zu bald - in der Stadt Rottenmann.
Erste Reaktion: Griff zum Handy - mit Entsetzen hab ich festgestellt: Akku fast leer. Den genauen Wortlaut meinerseits könnt ihr euch sicherlich denken - alles andere als Ladylike. Als Entschuldigung: zu diesem Zeitpunkt standen Alexander und ich mutterseelen alleine auf einem Bahnsteig - ohne Bahnhof und sonstiges. Dann hab ich mal schnell den Götterich angerufen und wollte wissen, was ich tun soll - war natürlich total überflüssig, weil wie könnte Günter mir helfen. Also Füße in die Hände und dem Schild “zur Stadtmitte” nach - da könnte ja dann wo ein Taxi stehen. Nur in Rottenmann klappens anscheinend um 19.00 (oder gar schon früher) die Gesteige hoch. Da war nix. Nur Finsternis.
Bis ich einen Lichtblick entdeckte - die freiwillige Feuerwehr Rottenmann - da hat Licht gebrannt. Wir hinein, Musik aus dem 1. Stock gehört, ich hinauf und zaghaft (ja tatsächlich etwas zaghaft) geklopft - dann bin ich mit der Tür ins Haus gefallen. “Mir ist was furchtbares passiert, ich bin mit meinem Sohn zu bald ausgestiegen und mein Zug geht um 19.27″.
Und jetzt das Traumhafte - da hupft sofort einer auf und sagt: “Des wird knapp” - und gleich drauf fällt ihm ein, dass er gar kein Auto da hat. Meint ein anderer - “nimms Feuerwehrauto”. Und was dann passiert ist, glaubt mir kein Mensch. Wir rein ins rote Auto. Vollgas Richtung Bahnhof - nebenbei Anruf bei irgendwem “Wie schauts mit dem Zug nach Linz aus - fährt der pünktlich”. Rückruf - “der wartet” - beeilt euch.
Ja und so war’s dann auch. Der Zug hat für mich und Alexander gewartet, der Feuerwehrmann (ich weiß nicht mal seinen Namen) hat Kind und Koffer geschnappt und runter in die Unterführung - rauf auf den Bahnsteig, ich keuchend hinterher (bin ja nicht mehr die jüngste) und rein in den Zug. Ich konnte mich nichtmal ordentlich bedanken.
Und der Zug ist mit ein paar Minuten Verspätung abgefahren und mit nur 5 Minuten Verspätung in Traun angekommen.
Alexander hat natürlich jetzt nur mehr den Wunsch Feuerwehrmann zu werden. Und ich brauchte ein großes Glas Prosecco.
Autor: Birgit |